Bier - des Marathonläufers Lebenselixier


Erfahrungen eines Bierbrauers und Marathonläufers
Autor: Dr. Markus Fohr, Lahnsteiner Brauerei Dr. R. Fohr KG, Lahnstein

Kennen Sie es auch, das alte Vorurteil vom Bierbauch? Sicherlich. Und kennen Sie sie auch, die Marathon laufenden Bierbrauer? Und haben Sie schon einmal beobachtet, wie sich die Marathonläufer nach 42,195 km im Ziel auf den Bierstand stürzen? Nein? Dann sollten Sie weiterlesen und mit erleben, wie das Marathon-Trikot den Bierbauch verdrängte.

Start zum größten deutschen Marathon in Berlin



Bier trank ich schon immer gern. Was sollte man auch von jemand erwarten, dessen Familie nachweislich seit mehr als drei Jahrhunderten Bier braut. Aber selbst ich hatte im Ziel meines ersten Marathons Hemmungen. "Ein Bier wird dich jetzt umhauen", so dachte ich. Dies war in jedem Fall falsch gedacht. Mit Tee, Wasser, Früchten oder Keksen versuchte ich, meinem erschöpften Körper wieder Leben einzuhauchen, doch auf alle diese Dinge reagierte er nicht mit dem erhofften Wohlgefühl. Also gab ich der Lust auf ein Bier nach, damals in Form eines Hefeweizens. Der Rest ist schnell erzählt. Das Hefeweizen machte Lust auf mehr und sogar einen Schweinebraten mit Knödeln konnte ich danach wieder vertragen. Seither führt mich der erste Weg im Ziel eines jeden Marathons zum Bierstand.

Eine fast identische Geschichte schildert der ehemalige Weltklasseläufer Manfred Steffny in seinem Buch "Marathontraining" /1/. Auch er trank nach totaler Erschöpfung das Erstbeste, was man ihm reichte, und erbrach sich. Ähnlich erging es ihm mit dem Zweit- und Drittbesten, bis er schließlich einen Schluck Bier trank. Von da an griff er "... gleich zum Bier, soweit es in Reichweite war". Steffny empfiehlt nach sportlicher Betätigung Bier in einem Atemzug mit stillem Wasser, Tee, Hühnerbrühe und - überraschenderweise - mit Coca Cola. Dagegen rät er "... absolut ab ..." von Milch, Kakao, Kaffee, Limonade, sprudelndem Mineralwasser, und auch Wein.

Gleiches schildert auch der Weltmeister im Marathon der Parlamentarier Dr. Reinhold Lopatka / 2, 3/. Er bestätigt, dass manche Läufer nach einem Marathon selbst isotonische Sportgetränke nicht vertragen und zunächst nur Bier zu sich nehmen. Die Neigung zum Bier gilt dabei nicht nur für Amateure. In einer repräsentativen Umfrage gaben 92 % von 360 befragten Spitzensportlern an, vor oder nach sportlicher Betätigung Bier den Vorzug zu geben. Insbesondere schätzten die Sportler am Bier die erfrischende Wirkung und die Reinheit.

Einer der berühmtesten und größten Marathonläufe der Welt, der New York City Marathon, hat sogar sein eigenes Bier, das auf der Nudelparty ausgeschenkt wird /4/.

Wie jedoch kommt es, dass ein erschöpfter Körper nach Bier verlangt und es dermaßen gut verträgt ? Warum zieht es mehr und mehr Bierliebhaber zum Marathon und zum Sport oder, andersherum gesehen, warum gelten so viele Hobby- und auch Profisportler als Bierliebhaber ? Dies hängt mit den phänomenalen physiologischen Eigenschaften des Bieres zusammen. Wenn man ehrlich ist kann dies auch nicht erstaunen. Bier ist ein natürliches Getränk. Es besteht aus natürlichen Rohstoffen, nicht wie viele sogenannte "alkoholfreie Erfrischungsgetränke" aus zusammen gemischten künstlichen Bestandteilen. Doch dazu alles der Reihe nach.

Der hohe Wasseranteil bei relativ geringem Alkoholgehalt und der ebenso hohe Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen führen dazu, dass das fast isotonische Bier nicht nur die beim Sport verlorene Flüssigkeit schnell ersetzt. Seine schnell verfügbaren Kohlenhydrate wirken zudem als Energiespender und verkürzen die Regenerationsphase. Dies bestätigt auch der amerikanische Kardiologe Sheehan insbesondere für den Ausdauersport /3/.

Die italienischen Sportmediziner Antonelli und Romano sind darüber hinaus zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Liter Bier pro Tag Leistung, Konzentration und Reaktion von Sportlern steigert und die Muskeln stärkt /3/. Dass Bier die Lungentätigkeit steigert und damit rascher Sauerstoff aufgenommen werden kann, hat der französische Mediziner Gulpin herausgefunden.

Der Gehalt des Bieres an Mineralstoffen, insbesondere an Magnesium, ist ideal bei der Vorbeugung von Krämpfen, eines der Hauptprobleme bei Langstreckenläufern /2/. Auch scheint das Bier günstigen Einfluss auf die Hämaturie zu haben. Diese kann bei lang andauernden Läufen entstehen, wobei es durch die mechanische Belastung zum Zerreißen kleiner Blutgefäße in der Blase oder in der Niere kommt. Dunkel gefärbter Urin ist ein Hinweis auf solche Blutungen /3/.

Der österreichische Mediziner Professor Dr. Sepp Porta fand heraus, dass geringe Biermengen die Muskelregeneration nach Sport nachweislich beschleunigen /6, 7/. Durch die leicht zugänglichen Kohlenhydrate steigt der Blutzuckerspiegel. Das Blut wird leicht angesäuert, wodurch es seinen Sauerstoff schneller an Muskeln und Gewebe abgibt. Adrenalinbedingte Gefäßverengungen werden verhindert. Diese positiven Effekte werden etwa mit Mineralwasser nicht erreicht.

Bereit für ein Bier: Der Autor nach dem Berlin Marathon

Fazit

Es ist erwiesen, dass mäßiger, aber regelmäßiger Genuß von Bier sowohl die Gesundheit als auch die Lebensqualität messbar erhöhen. Beim Marathonläufer bestätigt sich dies in Form höherer Leistung, geringerer Anfälligkeit gegenüber Verletzungen und schnellerer Regeneration nach dem Sport. Kurz gesagt, Biertrinker sind die besseren Marathonläufer.











Die Vorzüge des Bieres aus Sicht des Marathonläufers

  • Niedriger bis kein Alkoholgehalt
  • Isotonische Wirkung
  • Reichlich Wasser
  • Hoher Kohlenhydratanteil
  • Wenig Kalorien
  • Leicht verfügbare Zucker
  • Alle wichtigen Aminosäuren
  • Kein Fett und kein Cholesterin
  • Reich an Kalium, Magnesium und vielen Spurenelementen
  • Alle Vitamine der B-Gruppe
  • Kaum Natrium
  • Ballaststoffe zur Förderung der Verdauung
  • Keine chemischen Zusatzstoffe
/3, 5/


Zitate aus folgenden Veröffentlichungen:

  • /1/      Steffny, M.: Marathontraining. Verlag, Hermann Schmidt, Mainz, 12. Auflage 1995, S. 187 - 189
  • /2/      N. N.: Internationales Symposium Bier und Gesundheit. In: Brauwelt 143 ( 2003 ) Nr. 30, S. 943 - 944
  • /3/    Lopatka, R.: Bier und Sport. In: Symposium Bier und Gesundheit, Wien, 12.06.2003
  • /4/    Schillinger, B.: Gerten- und Gerstenschlank. In: Spiridon 29 ( 2003 ) Nr. 3, S. 53
  • /5/    Suffa, L.: Laufen und Trinken ? In: Running 6 ( 2003 ) Nr. 9, S. 44 - 47
  • /6/    N. N.: Bier ist gesund. In: Brauwelt 144 ( 2004 ) Nr. 20 / 21, S. 603 - 604
  • /7/    N. N.: Bier unterstützt Muskelregeneration. In: Brauwelt 142 ( 2002 ) Nr. 18 / 19, S. 638



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